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Modernes Heidentum
Die Grundlagen | Was ist Heidentum | Natur | Polytheismus | Die Göttin | Andere Merkmale | Modernes Heidentum |

Das Heidentum kann heute Menschen (mit europäischen und anderem Hintergrund) sehr viel bieten: Durch seinen Respekt für Vielfalt; durch seine Weigerung, andere Lebensweisen zu verurteilen, nur weil sie anders als die eigene Art sind; durch seine Verehrung einer natürlichen (und übernatürlichen) Welt, von der westliche Menschen im Zeitalter der Technologie immer mehr isoliert wurden; und durch seinen Respekt für Frauen und das weibliche Prinzip, wie er in den vielen Göttinnen zum Ausdruck kommt. Daher wird es auch von sehr vielen angenommen. Wenn sie erkennen, dass es sich dabei um ihr eigenes Erbe handelt, steigt seine Anziehungskraft. Die Demokratie, z.B. wurde von den alten Athenern erschaffen, und viel später von den heidnischen Kolonisten Islands, dem Sitz des ältesten europäischen Parlaments, neu erfunden. Unsere moderne Liebe zur Kunst wurde im heidnischen Altertum mit seinen grossartigen Umzügen und seinen Tempeln genauso gefördert, fand aber unter den Bilderstürmern von Christentum und Islam keinen Platz mehr. Die Entwicklung der Wissenschaften, wie wir sie kennen, begann mit dem Wunsch der Griechen und Babylonier, die geheimen Muster der Natur zu erkennen. Die Herausbildung menschlicher Urbanität, das Ideal der gebildeten, abgerundeten Persönlichkeit, kam über die Denker der Renaissance aus den Schriften Ciceros zu uns. In den heidnischen Städten rund um das Mittelmeer war das Land nie weit vom Bewusstsein der Menschen, es gab Parks, Gärten, sogar Zoos, alles Dinge, welche im modernen Europa wieder eingeführt wurden, nicht von den Buchreligionen und nicht von den zweckmässig denkenden Atheisten, sondern von den von der Klassik inspirierten Denkern der Aufklärung.

Heute zeigt sich die heidnische Tradition sowohl in Gemeinschaften, welche die Stätten und Gebräuche ihrer Ahnen wieder einfordern (vor allem im östlichen Europa), um die Menschheit zurück in Harmonie mit der Erde zu bringen, als auch in Individuen, welche alleine oder in kleinen Gruppen (vor allem im westlichen Europa und in den von Europäern besiedelten Ländern ausserhalb) unter der Anleitung einer heidnischen Gottheit einem spirituellen Weg folgen. Die meisten modernen Heiden im Westen wollen das Leben freudig und ohne Scham bestätigt sehen, solange niemandem daraus Schaden erwächst. Moderne Heiden neigen dazu, entspannt und im Einklang mit sich selbst und anderen zu sein, und vor allem Frauen besitzen eine Würde, welche ausserhalb heidnischer Kreise nicht immer zu finden ist.

Moderne Heiden, welche weder von den Gebräuchen einer etablierten Religion noch von den Dogmen einer Heilslehre behindert werden, sind oft kreativ, verspielt und individualistisch und bejahen die Wichtigkeit der individuellen Psyche, welche mit den grösseren Mächten in Verbindung steht. Respekt für das Leben und der Wunsch, mit anderen zu interagieren statt sie zu dominieren, sind stark. Was der Autor Eugene O'Neill "die kreative heidnische Akzeptanz des Lebens" nannte, ist der Leitsatz der modernen Bewegung. Das bringt etwas Neues ins religiöse und soziale Leben, einen Weg des Pluralismus ohne Zersplitterung, der Kreativität ohne Anarchie. Hier taucht eine uralte Strömung in einer an die Bedürfnisse des modernen Lebens angepassten Form wieder auf.